Firmung PDF Drucken E-Mail

Diese Seite entstand unter der Mithilfe von Rel.Dipl. Päd. Judith Neuner


Brief von Abt Anselm Zeller OSB an unsere Firmlinge

Liebe Firmlinge!
Bald feiere ich mit Euch das Fest, an dem Euch Gott seinen Heiligen Geist schenkt. Dieser ist schon im Sakrament der Taufe auf Euch herabgekommen. Aber jetzt beginnt ein neuer Abschnitt in Eurem Leben. Ihr spürt, wie Ihr immer selbständiger werdet und reifer. Ihr wachst aus den Kinderschuhen heraus. Manche Fragen über Euren Glauben sehen anders aus als noch vor zwei, drei Jahren. Dazu brauchen wir den guten und liebenden Geist Gottes. Jesus selbst hat seinen Aposteln und Freunden diesen Geist geschenkt, als er ihnen nach seiner Auferstehung begegnet ist. Sein Geist hat sie in ihrem Herzen und Denken so verändert, dass sie mutig über Jesus die Wahrheit gesagt und sogar ihr Leben hingegebenhaben. Ich wünsche Euch, dass Ihr Euer Herz für diese wunderbare Gabe Gottes weit öffnet.

Verehrte Eltern der Firmlinge!

Was gibt es Schöneres als Gottes Zusage für Eure Kinder, mit ihnen auf dem Lebensweg unterwegs zu sein. Manchmal werden Sie sich um Ihr Kind Sorgen machen und fragen: Was wird aus ihm? Wird unser Bub, unser Mädchen, einen guten und erfolgreichen Weg gehen? Wer oder was kann ihm dabei helfen? Vertrauen Sie Ihr Kind immer neu dem Heiligen Geist an. Gehen Sie auch selbst den Weg mit Gott. Ihr Kind braucht Sie - ihr Gebet und Ihr Vorbild.

Liebe Firmpaten und Firmpatinnen!

Sie freuen sich über das Vertrauen, das Ihnen von Ihrem Firmling und seinen Eltern geschenkt wird. Sie werden diesem bei der Firmspendung die Hand auf die Schulter legen und damit zum Ausdruck bringen: „Ich stehe zu Dir! Auch ich glaube an Gottes Heiligen Geist; ohne ihn finden wir den Weg zu Gott nicht.“ Vielleicht gelingt es Ihnen, Ihren Glauben auch nach außen zu zeigen - indem Sie für Ihren Firmling Zeit haben, mit ihm auch einmal über den Glauben reden oder eine Wallfahrt machen.

Ein gesegnetes Osterfest wünscht euch Abt Anselm Zeller OSB


Die Zeichen der Firmung

Chrisam

Das in der Firmung verwendete Chrisam ist eine Olivenöl-Balsam-Mischung, angenehm im Geruch. Religiöse Bedeutung hatten Salbungen schon in der Zeit des Alten Testaments, als Könige und Priester auf diese Weise in ihr Amt eingeführt wurden. „Der Gesalbte“ (griechisch „Christos“) wurde zum Königstitel. Wörtlich übersetzt sind „Christen“ „die Gesalbten“, weil sie durch Taufe und Firmung mit Christus verbunden sind. Bei beiden Sakramenten wird eine Salbung vollzogen. Die Salbung in der Firmung stellt eine „Amtseinführung“ ins Christsein dar. Sie schenkt Schutz, (Abwehr-) Kraft, erfülltes Leben im Heiligen Geist.

Kreuz

Das Kreuz ist das Erlösungszeichen des Christen. In der Firmung wird der Firmkandidat, die Firmkandidatin mit Chrisam auf der Stirn gesalbt, indem der Firmspender ein Kreuz zieht. Das Kreuz dient hier als Zeichen der Besiegelung, als Bundeszeichen. Der Firmling darf sich im Leben als für immer von Gott geliebt und bewahrt wissen, ausgestattet mit Gottes Kraft, dem Heiligen Geist. Der Firmspender spricht: „Sei besiegelt, durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

Hand / Handauflegung

Das Auflegen der Hände auf den Kopf eines Menschen ist in der Bibel ein Zeichen der Übertragung von Segen (z.B. Gen 48,14f), eine Heilungsgebärde (z.B. Mk 5,23) und ein Zeichen der Beauftragung und Bevollmächtigung (z.B. Apg 6,1-6).

In der Firmung bedeutet die Handauflegung die Übertragung des Heiligen Geistes, das Hineingenommen-Werden in den Lebensbereich Gottes und die befähigende Beauftragung als Christ zu leben.


Rollenspiel Firmung

(Vater, Mutter, Sohn und Tochter bereiten sich auf die Firmung des Sohnes vor. Der Sohn hantiert verzweifelt mit der Krawatte herum. )
Sohn:
Mama!
Mutter:
(eilt herbei, mit besorgter Stimme) Was ist denn, Bub?
Sohn:
(kommt beim Binden der Krawatte nicht zurecht) Die blöde Krawatte. Hilf mir mal!
Mutter:
Also da kann ich dir auch nicht helfen. Da brauchen wir den Papa. (ruft mit verzweifelter Stimme) Ewald! Komm schnell! Wir brauchen dich!
Vater:
(kommt) Ich komm ja schon. Wen muss ich denn ins Krankenhaus fahren?
Mutter:
Wenn es so weitergeht, kannst du mich fahren, und zwar ins Bezirkskrankenhaus. Ich dreh bald durch. Erst ist ein Fleck auf meinem Kleid. Ich musste mich noch einmal total umziehen. Und dann kann der Bub seine Krawatte nicht binden. Ich frag mich, was die heute in der Schule lernen. Und die Tochter hat noch vor fünf Minuten im Bett gelegen. Wir kommen noch zu spät zur Firmung von unserem Sohn. Die Schande!
Vater:
Also, was soll ich jetzt machen? Dich ins Bezirkskrankenhaus fahren? Oder das Kleid in die Reinigung? Oder am Sonntag früh den Lehrer von unserem Jungen anrufen, warum er ihm das Krawattenbinden nicht beigebracht hat? Oder den Pfarrer, dass er noch ein wenig warten soll, weil wir heute später kommen?
Mutter:
(lacht gekünstelt) Haha, natürlich dem Jungen seine Krawatte binden, was denn sonst, du Witzbold.
Vater:
Wieso muss der Junge auch unbedingt eine Krawatte umbinden? Eine Fliege wäre doch viel lässiger.
Mutter:
Du wirst doch eine Krawatte binden können!
Vater:
Freilich, gib einmal her. Das muss ich an meinem Hals machen.
Mutter:
Mach schnell, die Oma müssen wir ja auch noch abholen.
Vater:
Ja, ja. Wir schaffen schon noch alles.
Tochter:
(kommt noch etwas verschlafen wirkend, leger gekleidet mit Jeans)
Mutter:
(entsetzt) Stefanie, du willst doch nicht in dem Aufzug zur Firmung von deinem Bruder gehen?!
Tochter:
(trocken) Wieso denn nicht?
Mutter:
(schnappt nach Luft) Wir gehen in die Kirche, meine Tochter! Zu einem festlichen Anlass! Ja, willst du denn in Jeans und Pullover zur Hl. Messe gehen?
Tochter:
Ich hab doch noch einen Mantel drüber. Das sieht doch keiner. Außerdem frage ich mich wirklich, was der Gottesdienst mit festlicher Kleidung zu hat.
Mutter:
Ja, das ist doch wohl das Wichtigste! Du kannst doch nicht so zur Kommunion durch unsere Kirche zum Altar vorlaufen!
Tochter:
Das kann ich schon.
Mutter:
Ewald? Sag doch du auch was! Schau doch deine Tochter an! Die kann doch nicht so in die Kirche gehen!
Vater:
(kämpft mit der Krawatte) Bin ich der Experte für die Hl. Messe? Frag doch deinen Jungen. Der hat doch das jetzt erst gelernt, oder, Matthias? Hat der Pfarrer was von einer zerfransten Jeans gesagt?
Sohn:
(überlegt) Ich glaub nicht. Aber ich kann ihn ja heute noch fragen.
Vater:
(zur Mutter) Na also.
Mutter:
Ja, soll dann deine Tochter in diesem Aufzug in die Kirche gehen?
Vater:
Das muss sie doch selber wissen. Mir ist das egal. Diese blöde Krawatte!
Mutter:
Das ist wieder mal typisch für dich. Ich glaube, du würdest auch, wenn du könntest, in deinem Trainingsanzug zur Firmung deines Sohnes gehen.
Tochter:
Mama, komm, das sind doch bloß Äußerlichkeiten. Außerdem, ich kann doch auch in der Bank sitzen bleiben. Wieso muss man denn überhaupt zur Heiligen Messe. Sag es mir Mama!
Mutter:
Man muss, weil ... (überlegt) weil man halt muss. Das gehört halt dazu. Das hat schon immer dazu gehört.
Tochter:
Tolle Antwort, echt.
Vater:
Matthias, du musst das doch jetzt wissen: Wozu ist denn der Gottesdienst da?
Sohn:
(überlegt) Die Messe - die Messe - ich glaube das ist gut fürs Gedächtnis?
Mutter:
Fürs Gedächtnis?
Sohn:
Es heißt doch: tut dies zu meinem Gedächtnis....
Mutter:
Ich glaube, da hast du irgendwas falsch verstanden.
Sohn:
(strahlt) Mir fällt doch noch was ein: Die Messe ist zur Vergebung der Sünden da, hat unser Pfarrer gesagt.
Vater:
Welche Sünden denn bitteschön? Wir haben doch keine Sünden! Zumindest ich nicht! Ich bin nicht einmal in der Verkehrssünderkartei. in Flensburg. (leiser) Zumindest nicht mehr. Und du, (zur Mutter:), bist du eine Sünderin?
Mutter:
(schaut pikiert) Was sagst du da für Sachen!
Vater:
Beim Essen hast du in letzter Zeit gesündigt. Mal schauen, ob du noch aufs Firmungssbild drauf passt. Aber die modernen Kameras haben ja eine Panoramafunktion.
Mutter:
Ewald!
Vater:
War doch bloß Spaß!
Tochter:
Sünde gab´s doch bloß im Mittelalter. - Vergebung der Sünden, das kann doch heute beim Gottesdienst keine Rolle mehr spielen.
Sohn:
(ängstlich) Geht ihr dann wohl nicht mit in die Kirche?
Vater:
Keine Angst, meine Sohn. Der Pfarrer soll immer so einen guten Wein nehmen, habe ich gehört. Allein deshalb lohnt es sich.
Tochter:
Der gute Wein kann ja wohl nicht das Entscheidende bei der Messe sein.
Mutter:
Ob guter oder schlechter Wein, auf jeden Fall ziehst du dich um.
Tochter:
Das werde ich nicht tun.
Mutter:
(aufgelöst) Dann, dann bleibe ich zu hause.
Vater:
Ich bleibe auch gleich zu Hause, wenn ich denn blöden Strick da nicht gleich hinkriege!
Sohn:
(ängstlich) Muss ich wohl alleine zu meiner Firmung?
Tochter:
Ich geh schon mit. Aber nur mit der Jeans.
Mutter:
(weint) Womit habe ich so eine Tochter verdient!
Vater:
(wirft wütend die Krawatte auf den Boden) So ein Klump! Sag mal, Matthias, hat der Pfarrer was von einer Krawatte gesagt?
Sohn:
(überlegt) Ich glaube nicht.
Vater:
Dann schau ich mal nach, ob ich eine Fliege finde, die dir passt.
Mutter:
(hysterisch) Du kannst doch jetzt nicht noch eine Fliege suchen! Wir kommen hoffnungslos zu spät! Du, du spinnst doch!
Vater:
So, ich spinne? Wenn ich mich noch weiter mit der Krawatte abquäle, dann kommen wir zu spät, du hysterisches Frauenzimmer!
Mutter:
Was hast du gesagt?
Vater:
Ich sag es nicht noch einmal. Du hast es genau gehört.
Tochter:
Echt ätzend, Papa.
Papa:
Die Mama hat angefangen. Und du brauchst gar nichts sagen: Du bist wohl unsere Heilige!
Mutter:
(heult) Neben dich setze ich mich heute nicht in der Kirche.
Vater:
Mach, was du willst. Ich hol jetzt eine Fliege.
Tochter:
Und so wollt ihr jetzt wohl zum Gottesdienst gehen?
Sohn:
(begütigend) Die können schon in die Messe gehen, denn in der Firmung erfüllt uns Gott mit dem Hl. Geist, der hilft uns beten und Gottes Wort zu verstehen. Ja, der Heilige Geist macht alles neu, das steht in der Bibel und unser Pfarrer sagt es auch.