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Das neue Jahr sieht mich freundlich an,
und ich lasse das alte
mit seinem Sonnenschein
und Wolken
ruhig hinter mir.

J.W. Goethe


Wann ist Ostern...
Für die frühe Kirche war die Osterzeit die Mitte des Kirchenjahres.
50 Tage lang feierten die Christen die Auferstehung des Herrn. Es ist wunderbar, Ostern in Verbindung mit dem Erlebnis der aufblühenden Natur zu sehen.
Die Auferstehung Jesu erneuert die Schöpfung. Das Leben ist stärker als der Tod. Die Starre des Grabes wird verwandelt in einen blühenden Garten. Wir entdecken durch die Auferstehung neue Lebendigkeit in unserem Leib und in unserer Seele.
Die liturgische Feier sagt:
Ostern ist dann, wenn das Leben den Tod besiegt, wenn das Licht das Dunkel erhellt.
Ostern geschieht dann, wenn jemand trotz aller Angst einen nächsten Schritt wagt und sich dem Leben stellt.
Ostern geschieht dann, wenn wir eigene Dunkelheiten wahrnehmen und annehmen, nicht davor flüchten, sondern mutig hindurchgehen, dem Licht entgegen.
Ostern ist dort, wo Menschen sich nach einem Streit die Hand zur Versöhnung reichen.
Ostern ist dann, wenn einer an den anderen denkt, ihm Gutes will, ohne dafür etwas zurückzubekommen.
Ostern ist dann, wenn wir uns in die Traurigkeit und Ausweglosigkeit eines Menschen begeben, um wenigstens ein kleines Licht für ihn zu sein.
Ostern ist dann, wenn die Hoffnung größer ist als Verzweiflung, der Mut die Angst überwindet, die Dunkelheit sich lichtet, wenn wir plötzlich spüren: das Leben erweist sich stärker als der Tod.
Deswegen reden wir nicht von Terminen, einmal zu früh, heuer so spät, sondern machen wir uns bewusst, Ostern geschieht mit uns und in uns.
Jedem von uns ist Ostern zugesagt und wir erleben Ostern ganz persönlich.
Wir feiern es miteinander, auch wenn vielleicht dein Ostern schon vor drei Wochen gewesen ist und dein Ostern noch aussteht.
Ostern geschieht einzigartig für jeden von uns. Uns alle verbindet der Glaube an die Auferstehung. Daraus erwächst die Kraft der Hoffnung in Zeiten der Resignation und der Enttäuschung, daraus findet sich Solidarität in Zeiten des Alleingelassenseins, daraus nährt sich die Liebe zum Leben.
Ostern bringt uns immer wieder mit dem Leben in Berührung!

 

Pfarrer Alois Moser

 


 


Überall, wo Liebe die Welt bewegt, ist Weihnachten.

Fast sind wir geneigt zu sagen, ja wo ist denn dann Weihnachten angesichts all der Bedrohungen und Ängste, die vielen Menschen auf dieser Welt das Leben schwer machen.
Doch zuinnerst lassen wir solchen Gedanken keine Chance, denn sie würden uns alles nehmen, was uns an Weihnachten wichtig und wertvoll ist. Und das ist auch richtig so. Denn gerade als christliche Menschen wissen wir uns einem Gott verbunden, der unsere Sehnsucht nach Liebe, Gerechtigkeit und Frieden stillen will. Wir Menschen sind ihm das Bedeutendste, eben sein Abbild, das er nicht auf´s Spiel setzen möchte. Vielmehr greift er in diese Welt ein als Mensch unter Menschen. Gott bewegt sich auf den Menschen zu und bringt damit Bewegung in eingefahrene Strukturen und festzementierte Anschauungen. Diese Bewegung gelingt Jesus durch sein Zugehen auf die Menschen voller Wertschätzung und Liebe. Wie wichtig ist es deshalb, dass Gott als Kind in die Welt kommt. Denn jedes Kind ist ein zerbrechliches Wesen und sehnt sich nach der behutsamen Nähe, nach dem aufmerksamen Gehalten werden und nach dem überlegten Voranschreiten. Es dankt die sichere Gemeinschaft und die wohlwollende Begleitung. Es genießt die entspannende Geborgenheit und die auferbauende Ermutigung. Es spürt die ehrliche Sorge und den von Herzen kommenden Trost. Was wir einem Kind gerne entgegenbringen soll letztlich für das gesamte Leben des Menschen glücken. Das Fest Weihnachten setzt einen herrlichen Beginn und rückt einen Wesenszug in den Mittelpunkt, der alles Genannte widerspiegelt, nämlich die Liebe.
Überall, wo Liebe die Welt bewegt, ist Weihnachten.
Überall, wo Liebe die Welt bewegt, gelingen Achtung, Respekt und Wertschätzung.
Überall, wo Liebe die Welt bewegt, entstehen Geborgenheit, Sicherheit und Lebenskultur.
Überall, wo Liebe die Welt bewegt, werden Nöte der Menschen erkannt und gelindert.
Überall, wo Liebe die Welt bewegt, bestimmen Zusammenhalt und Verlässlichkeit das Miteinander der Menschen.
Überall, wo Liebe die Welt bewegt, bleiben Hoffnung und Zuversicht bestehen.
Überall, wo Liebe die Welt bewegt, ist Weihnachten.

 

Pfarrer Alois Moser