Kirchliches:
Schon im 14. Jahrhundert, vielleicht noch früher, stand in Mayrhofen ein Kirchlein.
Jedenfalls weiß man, daß zu Ende des 14.Jahrunderts ein Brand das Kirchlein zerstörte.
Aus der Pfarre Zell kamen an Sonn- und Feiertagen Hilfspriester, um dort die Gottesdienste
zu halten. Der Name "Maierhof" erscheint erstmals 1309 in den Urkunden. Die
ältesten Pfarreien des Zillertales sind Zell und Fügen, seit Bonifatius (um 740) ist der
Ziller die Grenze zwischen dem Erzfürstbistum Salzburg und dem Bistum Brixen (heute
Diözese Innsbruck).
- Zu Anfang des 16. Jahrhunderts, 1511, wurde eine Kirchweihe vorgenommen,
wohl nach einer ersten baulichen Umgestaltung bzw. Erweiterung. Die älteste Urkunde des
Pfarrarchivs von 1544 spricht vom "gotzhaus unserer lieben Frawen zw Mairhoff".
Zwischen 1580 und 1590 wurde das Kirchlein wiederum durch einen Brand zerstört, worauf um
1590 ein Neubau erfolgte.
- Die zunehmende Zahl der Einwohner und die weiten Wege von Brandberg,
Zillergrund, Stillup und Dornauberg veranlaßten den damaligen Fürsterzbischof Max
Gandolf von Salzburg, 1674 ein eigenes Vikariat zu errichten. Als Andenken an diese Zeit
besitzt die Kirche ein wertvolles, in Silber gefaßtes Reliquienkreuz mit dem Namenszug
Max Gandolf. Dieses Kreuz wird heute noch bei Bittgängen getragen.1740 mußte die Kirche
neuerlich vergrößert werden. Erzbischof Sigismund III. Graf von Schrattenbach hat am 4.
September 1756 die Kirche, die mit den zwei Seitenaltären fast ganz neu gebaut wurde,
geweiht.

- 1766 veranlaßte der Erzbischof die Errichtung des Friedhofes vor der
Kirche
- 1858 wurde Mayrhofen zu einer eigenen Pfarre (Dekanat Zell am Ziller)
erhoben. In den Jahren 1938/39 erfolgte eine Renovierung.
- 1964 wurde dann der Waldfriedhof errichtet. Das große Holzkreuz in der
Friedhofskapelle stammt vom heimischen Bildhauer Otto Moroder.
- In den sechziger Jahren war die Kirche für die rasch anwachsende
Gemeinde wieder einmal zu klein geworden. Der damalige Erzbischof Rohracher sprach mit dem
Pfarrer, HW Johann Margreiter darüber, daß die Diözese Salzburg auch in Mayrhofen gerne
einen "echten Holzmeister" hätte, und so wurde nach den Plänen von Architekt
Prof. Clemens Holzmeister der Bau in einjähriger Bauzeit errichtet und am 14. Dezember
1969 von Erzbischof Dr. Macheiner eingeweiht. Das Presbyterium und die letzten Reste der
alten gotischen Kirche konnten nicht mehr gerettet werden. . Lediglich das Innenportal zum
Turm weist noch darauf hin.
- Die Kirche ist der Gottesmutter Maria geweiht, und zwar dem
Glaubensgeheimnis ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel (Maria Himmelfahrt). Ein
Großteil der Einrichtung deutet auf die Marienverehrung hin, so unter anderem das vom
Künstler Max Weiler geschaffene Deckengemälde "Rose von Jericho".

- Die beiden künstlerisch wertvollsten Figuren der Kirche: Hl. Erzengel
Michael, den Drachen tötend, und Schutzengel mit Kind, der an die Einführung der
Schutzengelbruderschaft im Jahre 1769 erinnert. Seitdem wird das Schutzengelfest am ersten
Sonntag im September mit einer feierlichen Prozession begangen. Der kleine Tabernakel aus
dem Jahre 1674 am rechten Seiteneingang stammt von Fürsterzbischof Max Gandolf und trägt
in einem Glasschrein eine viel verehrte Statue der Schmerzensmutter.
- Nicht mehr so recht in das Gotteshaus scheinen die vierzehn
Kreuzweg-Bilder von Michael Schmutzer aus dem Jahre 1743 zu passen. Aus der Hand des
Bildhauers Johann Sporer aus Ramsau stammen die Krippendarstellung für den Hochaltar, die
Figur des Auferstandenen, die Herz-Jesu-Statue und die große Kreuzigungsgruppe im
Waldkreuz.
- Sehr verehrt wird in Mayrhofen der selige Engelbert Kolland aus Ramsau im
Zillertal. Er wurde Franziskanermönch und predigte unter anderem auch in der Kirche von
Mayrhofen. Er erlitt am 10.Juli 1860 in Damaskus den Märtyrertod.
Geschichtliches:
Seit der Errichtung des Viktariates wurden kanonische Bücher geführt, Tauf- und
Trauungsbücher sind seit 1674 erhalten, die Sterbebücher ab 1767. Aus dem ältesten
Totenbuch erfahren wir 1767 von einem neu errichteten Friedhof, wir lesen von manchen
Unglücksfällen, so etwa von einem zehnjährigen Knaben, der am 6. August 1767 in
Dornauberg von den Wassermassen hinweggerissen wurde und nicht mehr aufgefunden werden
konnte, von einem vierzehnjährigen Jagdgehilfen namens Lorenz Pichler, der unter einer
Lawine in der Floite verschüttet worden war und erst am 25. Juni aufgefunden wurde, wir
erfahren die verschiedenen Todesursachen, wie man sie zumindest zu erkennen glaubte: u.a.
"Wassersucht, Abserbung (=Auszehrung), an Gschwer, Gewächs im Halse, Faulfieber
(=Typhus), Apoplexia (=Schlaganfall), Lunglsucht, rote Ruhr, in Brand, in der Frais, in
den Pocken, Blattern (1788 sieben Kinder), Grimmen, morbus senectus (=Altersschwäche),
Leber- und Milzerhartung, Scharbock, innere Fäulung, Aufblähung der Lunge, Gelbsucht,
Angina, Kolik".
- 1791 starb ein Vierundfünfzigjähriger an "Magendörre", ein
Siebzigjähriger an "Maulsperre", und ein anderer an "Unverdaulichkeit des
Magens". Soweit die Diagnosen zwischen 1784 und 1797. In den Jahren 1770 bis 1779
starben durchschnittlich jährlich 23 Erwachsene und 15 Kinder.
- Ausweisung der "Inklinanten":

- Im Jahre 1837 hatte die lutherische Bewegung im Zillertal mit der
Ausweisung der "Inklinanten" ihren Höhepunkt und tragischen Abschluß erreicht.
Das hintere Zillertal mit Hippach, Zell, Mayrhofen, Brandberg und Finkenberg war das
Zentrum der "Sektiererei" gewesen. Ekkart Sauser schrieb in seiner Untersuchung
"Die Zillertaler Inklinanten und ihre Ausweisung im Jahre 1837"
(Schlern-Schriften 198): "Für die Verbreitung des Zillertaler Inklinantenwesens,
das als Bewegung öffentlich zum erstenmal im Jahre 1826 auftrat, bildeten der geheime
Protestantismus in Tirol und im benachbarten Salzburg, verbunden mit der charakterlichen
Eigenart des Zillertales überhaupt, die beste Voraussetzung. Dazu kamen noch der Einfluß
ketzerischer Bücher, die einsame Lage der Wohnstätten, der geringe Bildungsgrad von jung
und alt, der eifrige Handel mit dem protestantischen Deutschland, die Teilung der
Seelsorgsgebiete unter zwei Diözesen sowie das schlechte Beispiel des Dekans Johann B.
Gottsamer aus Zell".
- Bereits 1830 wurden in Zell 20, in Hippach 10-12 und in Mayrhofen 6 sich
öffentlich bekennende Inklinanten registriert.
- 1832 waren es in Mayrhofen bereits 19, in Brandberg 66, in Finkenberg 17,
in Hippach 26, welche Beichte und Kommunion verweigerten, und 1836 war die Zahl in den
Gemeinden Zell, Hippach, Mayrhofen, Finkenberg und Brandberg auf 225 gestiegen. Die
Dunkelziffer der heimlichen Anhänger ist natürlich viel höher anzusetzen. Schon 1833
wanderten mehrere wegen Schmähung der Religion ins Gefängnis. Je härter die staatliche
Gewalt gegen die Bewegung vorging, desto fanatischer wurde das protestantische Ideengut
verteidigt. Die Bewegung gipfelte in der Forderung nach einer eigenen protestantischen
Pfarrei, was mit kaiserlichem Erlaß vom April 1834 strikt abgelehnt wurde. Das
Allerhöchste Handschreiben Kaiser Ferdinands I. vom 12.Jänner 1837 brachte dann das
Ultimatum: Entweder Rückkehr zur katholischen Kirche - oder Auswanderung. Die Publikation
des kaiserlichen Dekrets erfolgte in Mayrhofen am 14.März 1837 im Pfarrhaus.
- Obwohl den Inklinanten seitens der Regierung die Übersiedlung in andere,
und zwar nichtkatholische Provinzen anheimgestellt wurde, erleichterte ihnen
hauptsächlich die schriftliche Zusage des Königs von Preußen, daß sie innerhalb des
preußischen Staates eine neue Heimat fänden, den Entschluß, das Land zu verlassen.
- Am 15. April 1837 legte dann das Landgericht Zell ein genaues Verzeichnis
der Auswandernden, Übersiedelnden und Rückkehrenden an. Im Vikariat Mayrhofen zählte
man 55 Auswanderer, 1 Übersiedler und 36 mitauswandernde Kinder. Die Ausreise aus
Mayrhofen erfolgte am 1. September.
- Zunächst durften sich die Auswanderer im oberslesischen Schmiedeberg
niederlassen, ihre endgültige Heimat wurde dann Erdmannsdorf im Riesengebirge. Im
Dezember 1840 wurde die Kirche von Erdmannsdorf und Zillerthal, wie die Gemeinde nun
hieß, eingeweiht. Viele waren auch von ihrer neuen Heimat enttäuscht und gingen nach
Rußland, Polen, Australien oder Amerika. Als Dr. Raitmayr aus Zell am Ziller 1914
Erdmannsdorf besuchte, waren noch drei Zillertaler aus der Zeit der Auswanderung am Leben.
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- GESCHICHTLICHES ZUM WIDUM
Wann das erste Gotteshaus in
Mayrhofen als Filialkirche von Zell erbaut wurde, lässt sich nicht mit
Sicherheit sagen. Gewiss war es aber schon eine Kirche aus Stein, die
knapp vor 1500 durch ein Feuer schwer beschädigt wurde. Am 7. Mai 1511 hat
der Chiemseeer Bischof Berthold Pürstinger Kirchweihe gehalten. Dieses „gotzhaus
unserer lieben Frawen zw Mairhoff" wird erstmals in einer Urkunde
1544 erwähnt. Ob damals bereits ein Widum errichtet wurde, ist nicht
bekannt. Fest steht allerdings, dass das alte Widumsgebäude im
Zusammenhang mit einem Grundkauf der Gemeinde Mayrhofen umgebaut wurde.
- Der
damals geschlossene Vertrag gibt darüber ausführlich Auskunft.
- „Die
römisch-katholischen Pfarrgründe zu „Unserer lieben Frau in Mayrhofen",
vertreten durch hochw. Pfarrer Monsignore Josef Krapf, verkauft die
östlich der Talstraße gelegene und an der Schulhausgarten – Gst.Nr.
851 – südlich angrenzende Teilfläche von 1.788 m² an die Gemeinde
Mayrhofen zum Zwecke der Erbauung eines Gemeindehauses aufgrund des
Gemeinderatsbeschlusses vom 26. Jänner 1929.
- Als
Entgelt und Kaufpreis für diese Fläche wird die Gemeinde Mayrhofen auf
ihre Kosten bauliche Neuherstellungen am Pfarrhof in Mayrhofen vornehmen
und zwar durch Aufbau des Pfarrhofes, sodass fünf neue bewohnbare Räume
noch zum jetzigen Pfarrhof hinzukommen, worüber der Bauplan schon
ausgearbeitet vorliegt, um dem jeweiligen Pfarrer, der in Mayrhofen leicht
Gelegenheit hat, an Sommergäste Fremdenzimmer zu vermieten, eine dauernde
Einkommenserhöhung als Ersatz für den Ertrag des zu verkaufenden Grundes
zu verschaffen und zu sichern ... !"
Entsprechend
diesem Vertrag wurde in der Folge die Aufstockung des alten Widumgebäudes
vorgenommen und die vertraglich vereinbarten Räume geschaffen.
- Das
Dachgeschoß wurde vor dem Krieg an Gäste vermietet, später fand eine
Familie Herberge, hernach erfolgt bis 1987 die Vermietung an Lehrer.
Danach standen die Räume leer.Erwähnenswert ist auch, dass im Widum der
Pfarrkindergarten von geistlichen Schwestern bereits vor beinahe 80 Jahren
geführt wurde.
- Das
Erdgeschoß wie das 1. Obergeschoß wurden Ende der 60er Jahre umgebaut
und mit einer Heizung ausgestattet.Der seinerzeitige Umbau nahm auf eine
öffentliche Nutzung des Widums wenig Rücksicht. Die zu diesem Zeitpunkt
eingebauten Sanitäreinrichtungen entsprachen keinesfalls den heutigen
Wohnbedürfnissen.
- Diese
Situation ließ in der Folge den Gemeinderat gemeinsam mit dem Pfarrer die
Idee reifen, den Widum in ein Pfarrzentrum umzubauen. Nach 5 Jahren der
Entscheidungsfindung fiel am 18.11.1998 der Beschluss auf Verwirklichung
diesen großen Projektes.
- Im Oktober 2000 wurde der Um- und Neubau des
Pfarrzentrums vollendet und am 18.10.2000 feierlich eingeweiht. Das
Pfarrzentrum erfreut sich bereits großer Beliebtheit.
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Pf.Mag.Alois Moser,
Pf.Mag.Karl Steinhart,
Dir.Mag.Liditzky
Mag.Liditzky, Dir.der Finanzkammer der
Diözese Salzburg,
überreicht ein Kruzifix als Geschenk |
Unter Mag. Karl
Steinhart, damals noch als Pfarrer
von Mayrhofen, begann der Um- und Neubau |
Fotos von Mayrhofen 1937, zur
Verfügung gestellt durch die Ortschronik Mayrhofen, Chronist Paul Lechner
Die Ortschronik Mayrhofen sucht alte Schmalfilme und Fotos zur
Dokumentation des Ortsgeschehens. Bitte um Überlassung zwecks Kopie und Sicherung.
Rücksendung der Originale garantiert.
Paul Lechner
Waldfeldweg 634a, 6290 Mayrhofen |
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Die Glocken der
Pfarrkirche Mayrhofens
Im ersten Weltkrieg musste unsere Pfarre auf Grund der
Rohstoffknappheit für die Kriegsmaschinerie alle
Kirchenglocken, bis auf eine, die kleinste, abliefern. Zu
dieser erhielten wir 1921 noch zwei Stahlglocken. Mit diesem
Geläute behalf sich die Pfarre, bis im zweiten Weltkrieg
auch die letzte noch verbliebene Bronzeglocke, aus dem 16.
Jahrhundert stammend, somit ein Denkmal der Frühzeit unserer
Heimat, abgegeben werden musste.
1942 wurde dann ein neues Geläute in Auftrag gegeben. Unter
der Meisterhand Graßmayrs in Innsbruck / Wilten erfuhren die
mächtigen Künder tirolisch-frommer Gesinnung am
31. Oktober 1945 ihre Vollendung. In Allerseelenstimmung
wurden die neuen Glocken am
18. November 1945 von Seiner Exzellenz Dr. Andreas Rohracher,
Fürsterzbischof von Salzburg, geweiht und am Heimatfesttag,
den
24. November 1945 zu Ehren der Gefallenen zum ersten Mal
geläutet.
Zu viele seiner wertvollen Söhne hat der eben beendete Krieg
gefordert, zu viele erwarteten noch eine ersehnte Heimkehr.
Bilder und Verzierungen auf den Glocken entwarf und
modellierte der damals noch sehr junge heimische Künstler
Albin Moroder aus Mayrhofen.
Die
Festtagsglocke:
mit dem Ton „d" wiegt 1700kg, ist geweiht dem göttlichen
Erlöserherzen und gewidmet unserer Heimat. Sie trägt die
Bilder der Kreuzigung, des Auferstandenen als Osterglocke,
des Herzens Jesu, des hl. Josef mit dem Kinde und das Wappen
Österreichs.
Die
Zwölferglocke:
mit dem Ton „f", wiegt 1000kg, ist geweiht der
allerheiligsten Jungfrau und gewidmet den Frauen und Müttern
Mayrhofens. Sie trägt die Bilder der Maria mit dem Kinde,
der hl. Elisabeth, der Schutzfrau der Armen, der hl.
Bauernmagd Notburga aus Tirol, der hl. Cäcilia, der Patronin
der Musik und des Gesanges, und das Wappen Tirols.
Die Bet- und
Arbeitsglocke:
mit dem Ton „g", wiegt 700kg, ist geweiht dem hl. Georg und
gewidmet den Arbeitern in Berg und Feld, Wald und
Fremdenverkehr. Sie trägt die Bilder des hl. Georg, des hl.
Florian, des hl. Franz von Sales, des hl. Engelbert Kolland
aus Ramsau im Zillertal und das Wappen Mayrhofens.
Die Seelenglocke:
mit dem Ton „b", wiegt 400kg, ist geweiht den hl. Engeln und
gewidmet den Gefallenen beider Weltkriege. Sie trägt die
Bilder des hl. Schutzengels, der hl. Erzengel Raphael und
Michael, eines Kriegergrabes und das Edelweiß der
Bergsteiger.
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